Klubobfrau Margit Angerlehner und Abg.z. NR Klaus Lindinger im Austausch mit dem Wirtschaftsstellen-Ausschuss Wels-Land/Wels-Stadt
Wie gelingt das „Match“ am Arbeitsmarkt? Diese Frage und noch mehr Themen standen im Mittelpunkt beim Bezirkstag von Klubobfrau Bgm.in Margit Angerlehner in Wels-Land. Gemeinsam mit Bezirksparteiobmann Abg.z.NR Bgm. Klaus Lindinger und LAbg. Michael Weber besuchte sie zwei etablierte Familienbetriebe und tauschte sich mit Funktionär:innen der Wirtschaftskammer aus.
Anfang Mai veröffentlichte das AMS für den Arbeitsmarktbezirk Wels-Land/Wels-Stadt folgende Daten: 359 gemeldete offene Lehrstellen stehen 223 Jugendlichen, die auf der Suche nach einem Lehrplatz sind, gegenüber.
„Es gibt kein Stellendezifit, sondern ein Qualifikations‑ und Branchen‑Mismatch! Offensichtlich braucht es noch mehr Maßnahmen zur Berufsorientierung und Ausbildungsreife“, betont Bezirksparteiobmann Abg.z.NR Bgm. Klaus Lindinger. „Die Pflichtschulen, das AMS wie auch die Initiativen der Wirtschaftskammer ‚Wirtschaft verstehen‘ und ‚Schule und Wirtschaft‘ leisten schon jetzt äußerst wichtige Unterstützung, um den Jugendlichen tatsächliche Einstiegschancen in das Berufsleben zu ermöglichen!“, informiert Klaus Lindinger, auch in seiner Funktion als Jugendsprecher des Parlamentsklubs.

Klubobfrau Bgm.in Margit Angerlehner sieht vor allem in der Lehrlingsausbildung einen zentralen Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich: „Unser duales Ausbildungssystem mit einer praktischen Ausbildung im Betrieb und theoretischem Unterricht in der Berufsschule ist ein bewährtes Modell zur Sicherung von Fachkräften, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit. Oberösterreich ist DAS Lehrlingsbundesland Nr.1, gerade auch die Unternehmen im Bezirk Wels-Land tragen entscheidend dazu bei, jungen Menschen attraktive Zukunftsperspektiven mit Lehrabschluss zu bieten.“
„Die bestens organisierte Lehrlingsmesse der Wirtschaftskammer war in diesem Frühling besonders gut besucht. Die Pädagoginnen und Pädagogen der Mittelschulen waren mit allen Schüler:innen im passenden Alter vor Ort. So bekommen die Jugendlichen praxisgerechte Einblicke und auch einen besseren Überblick, welche Berufe es gibt!“, ergänzt LAbg. Michael Weber, der in seiner Funktion als Lehrervertreter die wichtige Zusammenarbeit zwischen Bildung und Wirtschaft immer unterstützt.

Basisarbeit: „Schule und Wirtschaft“ sowie „Wirtschaft verstehen“
Ein zentrales Anliegen ist der Bereich der Fach- und Arbeitskräfteentwicklung. Die traditionelle Lehrlingsmesse Wels und Wels-Land verzeichnete im heurigen Frühjahr einen neuen Besucherrekord. Ein echtes Vorzeigeprojekt ist „Wirtschaft verstehen“, welches seitens der Wirtschaftskammer in Kooperation mit vier Mittelschulen im Bezirk Wels-Land umgesetzt wird. Bereits über 30 Unternehmen beteiligen sich als Firmenpaten, um Schülerinnen und Schülern praxisnahe Einblicke in die Welt der Wirtschaft zu geben.
Mehr als 63.000 unselbstständig Beschäftigte zählt der Arbeitsmarktbezirk. Die dominierenden Branchen sind Produktion (z.B. Maschinen- und Anlagenbau, Metallverarbeitung, Nahrungs- und Futtermittelindustrie), Baugewerbe (z.B. mittelständische Bau-, Holz-, Baunebengewerbe- und Technikbetriebe) sowie aufgrund der sehr zentralen Verkehrslage Logistik, Speditionen und der Großhandel. Dienstleistungsbetriebe sowie Land- und Forstwirtschaft runden das breite Angebot ab.
Aktuelle Arbeitslosenquote: 7,1% (4.816 Arbeitslose in Wels-Land & Wels-Stadt)
- Höchste Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe 30-39 mit 1.125 Personen.
- 2.569 Arbeitslose haben ausschließlich die Pflichtschule absolviert.
- Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr: Altersgruppe 20-24 hat eine Steigerung von 27,1%, das sind 18 Personen mehr als im April 2025.
Bereits im April stellte Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner das Standortprogramm upperWORK 2026. Mit einem Budget von 392 Millionen Euro wird in Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen investiert. Im Rahmen von upperWORK 2026 ist etwa der „Star Truck für MINT-Kompetenzen“ unterwegs. Er ist gewissermaßen ein „erlebbares Klassenzimmer“. Das mobile Bildungs- und Berufsorientierungsprojekt ist auf fünf Jahre angelegt und mit rund 10 Millionen Euro budgetiert.