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Anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerin 2026 besucht Abgeordneter zum Nationalrat und Bürgermeister Klaus Lindinger Bäuerinnen im Hausruckviertel.

„Bei den Besuchen sind mir drei Dinge besonders wichtig: Wertschätzung für die vielfältigen Leistungen der Bäuerinnen, der persönlichen Geschichte Raum geben und den Fokus auf die für uns alle notwendige Versorgung mit Lebensmitteln legen!“, betont Klaus Lindinger. Die Besuchsreihe gibt Einblick in den Alltag der Bäuerinnen, die nicht nur Landwirtschaft betreiben, sondern Familienarbeit leisten und vielfach in Vereinen, Interessensvertretungen,… engagiert sind.

Als zweite Station (Anm.: Start war bei Daniela Glück in Weißkirchen an der Traun/Bezirk Wels-Land) besuchte der bäuerliche Abgeordnete Ortsbäuerin Doris Huemer in Atzbach. Gemeinsam mit ihrem Mann Franz bewirtschaftet sie den Milchviehbetrieb im Vollerwerb. 55 bis 60 Milchkühe leben im großräumigen Laufstall. Vom frisch geborenen Kalb bis zum fertigen Stier haben in den weiteren Stallungen alle Tiere Platz. 56 Hektar Grund gehören zum Hof, die das Futter für die Tiere liefern – es ist somit ein geschlossener Betrieb.

„Die Vielseitigkeit an meinem Beruf mag ich sehr, gleichzeitig ist diese auch herausfordernd. Im Grunde weißt du beim Aufstehen nicht, was der heutige Tag alles bringt. Die fixe Konstante sind Kühe melken und Stallarbeit morgens und abends.“, sagt Doris Huemer. „Ich habe schon einiges erlebt, aber man bekommt eh nicht mehr, als man tragen kann. Das ist auch ein bisschen mein Motto – im Leben ist sehr wenig Zufall!“, so Huemer weiter.

„Was ich allen Bäuerinnen sehr ans Herz lege: Nutzt unbedingt die Gesundheitswochen der SVS. Diese hat meinen Kindern und mir immer gutgetan!“, betont die Mutter von sechs Kindern im Alter von acht bis 20 Jahren.

Worauf Familie Huemer allergrößten Wert legt, sind gesunde Böden. Mit regelmäßigen Bodenuntersuchen, Güllezusätzen und nachhaltiger Bewirtschaftung achten Doris und Franz darauf, ihr größtes Kapital bestmöglich zu sichern. Außerdem kann sich Doris Huemer beim „Garteln“ in ihren großen Hochbeeten gut entspannen. Sie gräbt gerne und schätzt das Anbauen, Pflegen und Ernten.


Preisentwicklungen bereiten Sorgen

„Unser 18-Jähriger interessiert sich sehr für die Landwirtschaft. Das deckt sich mit meinem Ziel, meine Hälfte des Betriebs einmal zu übergeben. Es freut mich sehr, wenn er die Landwirtschaft übernimmt und daher schauen wir, dass er ein gutes Weiterarbeiten hat. Die heurige Dürre hat uns gezeigt, wie wichtig die Bodenpflege ist. Uns fehlen auch zwei Schnitte, doch ohne gesunde Böden wäre die Lage noch dramatischer!“, nimmt Doris Huemer auf die Hitze und die wenigen Niederschläge Bezug.

Auch der seit Februar schlechte Milchpreis ist für den Betrieb problematisch.

„Das Milchgeld ist unsere größte Einnahmequelle. Durch die aktuellen Preise für Betriebsmittel und den nach wie vor niedrigen Milchpreis konnten wir unsere Ausgaben im Juli und August nicht decken. Es ist wichtig, dass die Bäuerinnen und Bauern faire Preise für ihre Produkte bekommen!“, spricht sie ein Thema an, dass leider immer wieder einseitig in diversen Medien oder von der AK dargestellt wird.

Die Statistik Austria zeigt klar auf: Haupttreiber der Inflation sind neben den hohen Energiepreisen aufgrund der Kriegs- und Krisenherde (Ukraine, Iran,…) vor allem Dienstleistungen wie Gastronomie und Hotelerie, die sehr lohnintensiv sind und durch die steigenden Gehälter stetig teurer werden. (Anmerkung: Der Dienstleistungsbereich verzeichnet im August eine Teuerung um +4,3 %.  Quelle: Pressemitteilung: 14 259-178/26 Statistik Austria „Inflation in Österreich im August 2026 laut Schnellschätzung bei 3,2%“). Preise für Nahrungsmittel wirken aktuell dämpfend für die Inflation. Laut Statistik Austria sind die Preise für den Bereich Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol mit +0,2% kaum gestiegen.

Die größte Herausforderung am Betrieb sieht Doris Huemer bei Krankheiten im Stall und den unvermeidlichen Umwelteinflüssen. Einer angehenden Bäuerin rät sie, mit einer Portion Mut in die Aufgaben zu starten, (notwendige) Veränderungen in die Wege zu leiten und gut auf die Partnerschaft zu achten.

„Die Bäuerinnen führen mit Mut und Tatkraft ihre Betriebe. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur regionalen Versorgung und hoher Lebensqualität für die gesamte Gesellschaft. Diese Leistungen verdienen Anerkennung, Sichtbarkeit und vor allem einen fairen Preis. Hier appelliere ich einmal mehr an die Konsument:innen: Achtet beim Einkauf auf die Herkunft – getreu dem Motto ‚Wer weiterdenkt, kauft näher ein‘!“, betont Klaus Lindinger abschließend.