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Voneinander lernen bei Betriebsbesichtigung und Arbeitsgespräch

. „Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden, sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen! Dieses Zitat des deutschen Aktionskünstlers Joseph Beuys bringt auf den Punkt, worum sich die Jungbauernschaft Oberösterreich intensiv bemüht. Wir wollen aktiv mitgestalten, um Perspektiven für Hofübernehmerinnen und Hofübernehmer lebendig zu halten und auch zu schaffen!“, sagt Abg.z.NR Klaus Lindinger, Obmann-Stellvertreter der Jungbauern OÖ und Österreich.

Auch Jungbauern-Landesobmann Christian Lang hält klar fest: „Als Jungbäuerinnen und Jungbauern sind wir jene Gruppe, die am längsten mit den agrarpolitischen Rahmenbedingungen arbeiten muss, welche heute beschlossen werden. Darum ist es so wichtig, dass sich junge Bäuerinnen und Bauern vom Gemeinderat bis zur Bundesebene politisch engagieren!“

Christian Lang, Jungbauernobmann OÖ

Die Interessensarbeit der Jungbauernvertreter fokussiert darauf, nachhaltiges Wirtschaften, von dem man leben kann, zu sichern und zu fördern. Daher unterstützt die Jungbauernschaft unter anderem die aktuelle Kampagne „Das isst Österreich“ des Landwirtschaftsministeriums. „Mit dieser wird viel Bewusstsein für den regionalen Einkauf geschaffen.“, erklären Christian Lang und Klaus Lindinger.

Bauernbund-Bezirksobmann BBKO Leopold Keferböck (v.li.), Jungbäuerin Pauline Mittermayr, Jungbauernlandesobmann Christian Lang, Jungbauernbezirksvertreter Wels-Land Michael Holzleitner, Obmann-Stellvertreter der Jungbauern OÖ und Österreich NR Klaus Lindinger, Bezirksbäuerin Margit Ziegelbäck

Die Fakten sprechen für mehr Regionalität: Im September veröffentlichte das Wirtschaftsforschungs-institut (WIFO) eine Studie im Auftrag der Landwirtschaftskammer Österreich, wonach 3.100 neue Arbeitsplätze und eine zusätzliche Wertschöpfung von 140 Mio. Euro generiert werden, wenn um ein Prozent mehr heimische Lebensmittel gekauft werden. „Das birgt enormes Potential für die Jungbäuerinnen und Jungbauern. Wir müssen die Konsumenten verstärkt in unsere Arbeit einbinden. Wir machen uns für eine transparente Lebensmittelkennzeichnung stark!“, machen Klaus Lindinger und Christian Lang deutlich.

Folgende Zahlen zeigen eindrucksvoll die wirtschaftliche Bedeutung der heimischen Bäuerinnen und Bauern. Mehr als 23.300 bäuerliche Familienbetriebe erarbeiten jährlich einen agrarischen Produktionswert von rund 1,68 Milliarden Euro und sichern so mehr als 100.000 Jobs entlang der Wertschöpfungskette in Oberösterreich.

Damit Grund und Boden auch nachhaltig bewirtschaftet werden kann, hat die Jungbauernschaft zum Beispiel die Kampagne „Ist das auf einen Mist gewachsen?“ etabliert. Littering – also das gedanken- und achtlose Wegwerfen bzw. Rauswerfen von Müll beim Autofahren entlang der Straße – wird hier thematisiert. Aludosen und Co bergen große Gefahren, wenn diese in den Futterkreislauf für die Tiere kommen!

Regelmäßiger Austausch mit den Jungbauernvertreten

Um fundiert über die Themen der heterogenen Landwirtschaft informiert zu sein, trifft sich das Präsidium der OÖ. Jungbauernschaft zu Betriebsbesichtigungen und Arbeitsgesprächen. Die Bezirkstour eröffnete der elterliche Betrieb des JB-Bezirksobmannes in Wels-Land, Michael Holzleitner.

Der Schweinezuchtbetrieb mit Ackerbau wird als Kreislaufwirtschaft geführt. Die 130 Zuchtsauen werden fast ausschließlich mit den am Hof angebauten Feldfrüchten gefüttert. Mist und Jauche werden zur Gänze auf den eigenen Feldern ausgebracht. Jungbauern-Bezirksobmann Michael Holzleitner wird den Betrieb übernehmen. Aktuell ist er als technischer Angestellter im Landtechnik-Bereich tätig. Schon jetzt ist er intensiv in die Arbeit eingebunden. Er investiert aktuell in zwei Photovoltaik-Anlagen, die den gesamten Jahresstromverbrauch am Betrieb abdecken werden.

„Das ist nachhaltig und in Generationen gedacht!“, betont Michael Holzleitner die zukunftsorientierte Investition, die dank der 14-prozentigen Prämie des Bundes nun besonders attraktiv ist.

Michael Holzleitner, Jungbauernobmann Wels-Land