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Klaus Lindinger warnt vor Erhöhung der Standards ohne Praxisbezug

Erneut gibt es eine Diskussion über Tierwohlstandards in der Nutztierhaltung. Der Obmann-Stellvertreter der Jungbauern Abg.z.NR Bgm. Klaus Lindinger hat dazu eine eindeutige Meinung.

„Wer höhere Standards in der Nutztierhaltung will, muss auch dafür sorgen, dass Mehrkosten für die Bäuerinnen und Bauern abgedeckt sind“, warnt der Obmann-Stellvertreter der Jungbauern Abg.z.NR Klaus Lindinger vor „unausgewogenen Forderungen“. Diese würden in erster Linie die Schweinebranche treffen!

Klaus Lindinger

In Österreich gelten bereits sehr hohe Hygiene- und Tierwohlstandards. „Die Landwirtschaft ist natürlich bereit, den Konsumentenwünschen nach weiteren Anpassungen bei der Tierhaltung zu entsprechen. Die Planbarkeit für Betriebe muss aber gegeben sein! Hohe Kosten treiben sonst die Betriebe in den wirtschaftlichen Ruin“, gibt Lindinger zu Bedenken.

Für Übergangsfristen, konkrete finanzielle Förderzusagen und auch die Bereitschaft der Kunden, sich beim Preis den Produktionskosten und –bedingungen anzupassen, macht sich Abg.z.NR Klaus Lindinger stark. (Foto: Bauernbund OÖ)

Mehr Tierwohl im Schweinestall nur mit konkreten Begleitmaßnahmen

Die Forderung nach „Mehr Tierwohl im Schweinestall“ klingt für den Abgeordneten nur dann plausibel, wenn auch die Rahmenbedingungen für die Umsetzung stimmen. „Dafür braucht es Übergangsfristen, konkrete finanzielle Förderzusagen und auch die Bereitschaft der Kunden, sich beim Preis den Produktionskosten und –bedingungen anzupassen“, so Lindinger.

Ab 2022 gibt es nur Förderungen über den gesetzlichen Standard

In einem ersten Schritt hin zu mehr Tierwohl hat Bundesministerin Elisabeth Köstinger ein Paket geschnürt. Ab 2022 werden Stall-Neubauten nur dann finanziell gefördert, wenn deren Haltungsbedingungen über den gesetzlichen Standard hinausgehen. „Das ist eine echte Weichenstellung hin zu modernen Haltungsbedingungen –  aber mit Hausverstand“, betont Lindinger.

Bundesminister Anschober bei Herkunftskennzeichnung liefern

Wenig Verständnis zeigt Klaus Lindinger, was die schleppende Umsetzung bei der im Regierungsprogramm festgeschriebenen Herkunftskennzeichnung betrifft. „Auch hier geht es um konkrete Wünsche der Konsumentinnen und Konsumenten. Sie wollen wissen, welche Zutaten aus heimischer oder ausländischer Produktion sich in verarbeitenden Produkten und in der Gemeinschaftsverpflegung befinden. Für die Umsetzung ist Gesundheitsminister Anschober zuständig. Ich fordere ihn auf, dass er endlich liefert“, so Lindinger abschließend.