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Jungbauern fordern verpflichtende Herkunftskennzeichnung

Die Vorzüge der heimischen Landwirtschaft auch in der Bundeshauptstadt zu präsentieren, ist eines der Ziele, die sich die Österreichische Jungbauernschaft gesetzt hat. Mit der Food-Truck-Tour durch Wien anstelle des bekannten Erntedankfestes unter dem Motto „Schau auf regionale Qualität“ informieren sie die Städter noch bis 25. September über die Wichtigkeit der Selbstversorgung mit heimischen Lebensmitteln. Gestern besuchten auch die Jungbauern-Abgeordneten zum Nationalrat Carina Reiter und der frisch gewählte Jungbauern-Obmann-Stellvertreter Klaus Lindinger gemeinsam mit Obmann Franz Xaver Broidl den Stand am Wiener Heldenplatz

„Gerade in diesem Jahr haben wir gesehen, wie wichtig die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln für uns alle ist. Umso wichtiger ist es, dass es nun rasch zur Umsetzung der im Regierungsprogramm verankerten Einführung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln und in der Gemeinschaftsgastronomie kommt“, appellierten sie an das Gesundheitsministerium „hier endlich aktiv zu werden“.

Abgeordnete Klaus Lindinger (v.li.) und Carina Reiter, Jungbauern-Obmann Franz Xaver Broidl (Foto: Bauernbund)

Reiter: Für echte Wahlfreiheit

„Nach wie vor haben Konsumentinnen und Konsumenten keine echte Wahlfreiheit, wenn es um das Erkennen von heimischen Qualitätsprodukte geht“, kritisiert Reiter. Während bei Frischfleisch, Eiern, Obst und Gemüse sowie Bioprodukten bereits eine verpflichtende Angabe zur Herkunft besteht, ist diese bei verarbeiteten Lebensmitteln, in Gemeinschafts-küchen sowie in der Gastronomie noch immer nicht umgesetzt. „Es muss hier ein Umdenken geben. Die Menschen brauchen Klarheit“, so Reiter.

Lindinger: Heimische Produkte schaffen unglaublichen Mehrwert

„Regionalität darf nicht länger ein beliebtes Schlagwort sein, um mit unseren bäuerlichen Produkten gezielt Werbung zu machen. Es muss endlich dafür gesorgt sein, dass unsere heimischen Lebensmittel auch bewusst gekauft werden können“, betont Lindinger. Ein kürzlich veröffentliche WIFO-Studie hat errechnet, dass mit der Erhöhung des Kaufes heimischer Produkte um lediglich einen Prozentpunkt 3.100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. „So sichern wir die lokalen bäuerlichen Betriebe, steigern die regionale Wertschöpfung und fördern lebenswerte Regionen in Österreich“, ist Lindinger überzeugt. Während Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger auf EU-Ebene aktiv ist, um für eine einheitliche Vorgehensweise in der Europäischen Union zu kämpfen, sei es, so die Abgeordneten, „höchst an der Zeit, dass auch im Gesundheitsministerium, das dafür zuständig ist, die nötigen Schritte für eine Umsetzung der verpflichtenden Herkunfts-kennzeichnung, wie wir sie fordern, gesetzt werden.“