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Wichtiger Einsatz für Waldbesitzer durch Bund und Land

Sipbachzell. Am 3. Juni 2020 machte Bundesministerin Elisabeth Köstinger gemeinsam mit Bezirksparteiobmann Abg. z. NR Klaus Lindinger einen Lokalaugenschein einer Borkenkäfer-Schadholzfläche in Wels-Land. Durch die Trockenheit im heurigen Frühjahr ist der Befall mit dem Schädling noch massiver als bisher. „Gemeinsam mit den bäuerlichen Abgeordneten der Region bin ich aktuell in ganz Österreich unterwegs, um mir persönlich ein Bild von der Situation in den heimischen Wäldern zu machen. Diese ist alarmierend! Die Lager sind voll und wir haben die schlimmste Zeit noch nicht überstanden!“, betont Bundesministerin Elisabeth Köstinger die dramatische Lage. „Doch wir werden weiterhin unseren Waldbauern zur Seite stehen!“

Bezirksparteiobmann Abg.z.NR Klaus Lindinger (li.) begutachtet mit Bundesministerin Elisabeth Köstinger sowie BB-Bezirksobmann Leopold Keferböck (re.) bei Familie Weinbergmair – Alfred jun. und Alfred sen. – in Sipbachzell die Schadholzfläche. Hier hat der Borkenkäfer in den letzten beiden Jahren rund ein drei Viertel Hektar des Baumbestandes vernichtet.
(Foto: BMLRT/Paul Gruber)

In Sipbachzell besichtigte sie ein Waldstück der Familie Weinbergmair. Rund drei Viertel Hektar Baumbestand hat der Borkenkäfer in den letzten beiden Jahren in diesem Wald vernichtet. „200 Festmeter Schadholz habe ich hier abgearbeitet. Es ist für mich sehr frustrierend, da der Käfer selbst vor jungem Baumbestand nicht Halt machte!“, zeigt Alfred Weinbergmair sen. offen seine Enttäuschung.

Der Druck auf den Waldbestand besteht in doppelter Hinsicht. Einerseits fallen primär durch den grasierenden Käferbefall wesentlich größere Schadholzmengen an. Andererseits sind die Lager bei der Sägeindustrie voll. „Ich bin daher sehr froh, dass das Land Oberösterreich Mitte Mai mit der OÖ. Holzindustrie eine vorrangige Abholung des liegenden Holzes von 100.000 Festmeter zusätzlich erreicht hat. Diese Menge entspricht den aktuell in oö. Wäldern liegenden Holzpoltern.“, erklärt Bezirksparteiobmann Abg.z.NR Klaus Lindinger.

Novellierung des Forstgesetzes passierte Ministerrat

Zusätzlich wird es seitens des Bundes für Oberösterreich eine Million Euro als Soforthilfe für die Wiederaufforstung geben. Von den 4,3 Millionen Festmeter Holz, die 2019 dem Borkenkäfer in Österreich zum Opfer gefallen sind, kommt immerhin ein Viertel aus Oberösterreich. „Die Novelle des Forstgesetzes ist in Begutachtung geschickt, welche eine Möglichkeit zur Schadholzabnahmeverpflichtung vorsieht. Diese Ermächtigung würde selbstverständlich nur in Notsituationen bei Massenvermehrung von Forstschädlingen angewendet!“, betont der Abgeordnete, der im Ausschuss für Land- und Forstwirtschaft die agrarischen Anliegen engagiert vertritt. „Die Novelle des Forstgesetzes passierte bereits den Ministerrat und wird jetzt den gewohnten parlamentarischen Prozess durchlaufen, wo noch Abänderungsanträge möglich sind.“, so Lindinger weiter.

Weiters arbeitet das Bundesministerium unter der Leitung von Elisabeth Köstinger auch an alternativen Absatzmöglichkeiten wie Biomasse (Holzdiesel, Holzvergasung) sowie in der Bauwirtschaft. Letzteres unterstützt auch das Land Oberösterreich mit der Holzbau-Offensive. „Oberösterreich und Österreich wieder stark machen, das ist jetzt die Devise der Bundes- und Landesregierung!“, sagt Bezirksparteiobmann Abg.z.NR Klaus Lindinger.

Die Bundesministerin nahm sich auch Zeit mit bäuerlichen Vertretern über die breite Palette der landwirtschaftlichen Themen zu diskutieren. (Foto: BMLRT/Paul Gruber)

Daten und Fakten:

  • Der Bezirk Wels-Land besteht aus ca. 7.400 ha Wald, 33.040 ha Landwirtschaftliche Nutzung, 540 ha Baufläche, 2.600 ha Gärten, 540 ha Gewässer und 1.760 ha sonstige Flächen.
  • Rund 62 Prozent der gesamten österr. Holzernte 2019 sind auf Schadholz zurückzuführen. Der Lebensraum Wald kommt durch Stürme, Schneebruch, Trockenheit und insbesondere den Borkenkäfer massiv unter Druck.
  • 2018 und 2019 sind in Wels-Land durchschnittlich ca. 25.000 Festmeter/Jahr Schadholz angefallen.
  • Borkenkäfer-Schadholz muss rasch aus dem Wald gebracht werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
  • 40 Mio. Euro sind in den letzten beiden Jahren seitens des Bundes in die Wiederaufforstung und in Nasslager investiert worden.
  • Als Soforthilfe werden nun zusätzlich vier Mio. Euro vom Bund aufgewendet, wovon eine Million Euro für Oberösterreich ist.