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Dürre, Biber und Schicksalsschläge – Klaus Lindinger besucht Gemüsebäuerin Manuela Kirchmayr in Pupping

Anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerin 2026 besucht Abg.z.NR Bgm. Klaus Lindinger vier Bäuerinnen im Hausruckviertel.

Die vierte und letzte Station der Besuchsreihe führte ihn zu Ortsbäuerin Manuela Kirchmayr nach Pupping. Die gelernte Einzelhandelskauffrau ist der Liebe wegen seit 2006 Bäuerin. Gemeinsam mit ihrem Mann Kurt führt sie einen Gemüsebaubetrieb im Vollerwerb. Die beiden Töchter sind 20 und 16 Jahre alt. Rund 50 Hektar bewirtschaftet die Familie, die Hälfte davon ist zu gepachtet. Auf 30 Hektar wächst Gemüse: auf ungefähr der Hälfte Erdäpfel, dazu Karotten und Kohlgemüse. Für eine ausgewogene Fruchtfolge bauen Manuela und Kurt außerdem Gerste, Mais und Soja an.

Die Erdäpfel, Karotten und das Kohlgemüse der Kirchmayrs liefert die Familie an „Eferdinger Landl Erdäpfl“, EFKO und weitere regionalen Verarbeiter. Ihre Produkte bekommen die Kunden also bei den üblichen Handelsketten mit den entsprechenden Marken. Den Kontakt zu Menschen, den Manuela aus ihrem erlernten Beruf gewohnt war, hat sie heute bei der Auslieferung an Kunden und Großabnehmer.

Kurt und Manuela Kirchmayr aus Pupping im Gespräch mit Klaus Lindinger
Auf 15 Hektar wachsen bei Familie Kirchmayr in Pupping Erdäpfel. Die Dürre brachte heuer Ausfälle von bis zu 60 Prozent.

Ohne Mitarbeiter geht es im Gemüsebau nicht

Ohne die fleißigen Mitarbeiter wäre der Gemüsebetrieb nicht machbar. Derzeit sind vier fix am Hof beschäftigt, zwei von ihnen leben dort im Familienverbund das ganze Jahr. Die anderen beiden Männer stammen aus der Ukraine, verdienen sich am Hof der Kirchmayrs ihr Geld selbst und wohnen in der Nähe bei ihren Landeskollegen. Manuela kocht täglich für alle. Wie wenn das nicht schon genug an Aufgaben wäre, ist sie seit 2019 Ortsbäuerin und bringt sich seit Herbst 2021 auch als Gemeinderätin in Pupping ein.

„Aufgeben tun wir einen Brief!“ ist das Motto von Familie Kirchmayr

Familie Kirchmayr hat wirtschaftlich wie auch persönlich schon sehr herausfordernde Zeiten erlebt. 2013 traf ein Hochwasser den Betrieb, Ernte gab es damals kaum. 2018 erkrankte Kurt schwer. Er verbrachte rund ein halbes Jahr im Krankenhaus, war völlig abgeschottet auf der Isolierstation.

„Die Familie gibt mir Halt und gemeinsam mit unseren Töchtern haben wir einen großen Zusammenhalt! Und auch in den schwierigsten Zeiten konnten wir uns auf Freunde verlassen. Das stärkt und trägt!“, zeigt Manuela Kirchmayr auf, wo sie sich immer wieder Kraft holt.

Dürre und Biber setzen dem Gemüse zu

Auch heuer war ein schwieriges Jahr: Durch die Dürre fielen bis zu 50 Prozent der Gemüseernte aus, bei den Erdäpfeln sogar bis zu 60 Prozent. Zusätzlich machte der Biber den Kirchmayrs zu schaffen. Er kommt aus der Aschach und frisst im Karottenfeld ganze Flecken leer. Sorgen bereiten der Ortsbäuerin außerdem das fehlende Verständnis mancher Nachbarn für die Landwirtschaft beispielsweise punkto Bewässerung in Trockenzeiten und das veränderte Einkaufsverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten.

Ortsbäuerin Manuela Kirchmayr im Gespräch mit Abg. z. NR Bgm. Klaus Lindinger (re.) über ein herausforderndes Erntejahr.
Ortsbäuerin Manuela Kirchmayr im Gespräch mit Abg. z. NR Bgm. Klaus Lindinger (re.) über ein herausforderndes Erntejahr.
„Wir produzieren unser Gemüse mit viel Liebe, Herzblut und Arbeitseinsatz. Wir achten auf unseren Boden. Er ist doch die Basis für alles. Ohne ihn können wir nichts anbauen und nichts ernten“, betont Manuela Kirchmayr.

Für die Zukunft wünscht sie sich, dass die Menschen beim Einkaufen wieder stärker auf regionale Qualität achten und zu Produkten aus der Umgebung greifen. Genau dafür steht der Appell „Wer weiterdenkt, kauft näher ein!“, den Abg. z. NR Bgm. Klaus Lindinger seit 2019 gemeinsam mit den Bäuerinnen im Bezirk Wels-Land prägt.

„Manuela Kirchmayr zeigt, was unsere Bäuerinnen ausmacht: Sie lassen sich von Hochwasser, Dürre und persönlichen Schicksalsschlägen nicht unterkriegen und sorgen Tag für Tag dafür, dass beste Lebensmittel aus der Region auf unseren Tellern landen. Diese Leistung verdient Wertschätzung und einen fairen Preis. Darum mein Appell an alle Konsumentinnen und Konsumenten: Greift zu Erdäpfeln und Gemüse aus der Region – denn wer weiterdenkt, kauft näher ein!“, betont Klaus Lindinger.

Doch Manuela Kirchmayr bereut ihre Entscheidung als Bäuerin zu arbeiten nicht.

„Der Beruf ist so abwechslungsreich und ich finde, hier kann ich eine persönliche Note einbringen und etwas gestalten, was in anderen Berufen so nicht möglich wäre!“, schließt Manuela motiviert und greift beherzt zu einer Kiste voller Karotten.

Karottenvielfalt aus dem Eferdinger Landl
Manuela Kirchmayr zeigt nicht nur die Vielfalt der Karotten am Hof, sondern auch die Abwechslung, die der Bäuerin-Beruf mit sich bringt.